Pflege zu Hause - Ab Januar 2019 gilt der neue Mindestlohn

Seit Januar 2015 gibt es in Deutschland den gesetzlich vorgeschrieben Mindestlohn. Im Jahre 2017 wurde die Höhe bereits angepasst. Auch ab Januar 2019 steigt der Satz und gilt auch für die Pflege zu Hause durch Betreuungskräfte aus Polen und Osteuropa.

Pflege zu Hause - Mindestlohn 2019
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Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland ab Januar 2019

Bisher betrug der gesetzliche Mindestlohn in der Bundesrepublik Deutschland pro Stunde 8,84 Euro. Der Vorschlag der Mindestlohn-Kommission im Juni 2018 wurde im Oktober 2018 Bundesregierung verabschiedet. Zum 1 Januar 2019 sollen die Arbeitnehmer mindestens 9,19 Euro pro Stunde erhalten. Arbeitet ein Arbeitnehmer 40 Stunden pro Woche und wird nach Mindestlohn vergütet, so verdient er monatlich etwas mehr als 1600 Euro brutto. Ab 2020 wird der Satz nochmals auf 9,35 Euro pro Stunde erhöht.

Gilt der deutsche Mindestlohn auch für die 24 Stunden Pflege?

Viele Interessenten und Kunden stellen sich immer wieder die Frage: Gilt der deutsche Mindestlohn auch für die sogenannte 24 Stunden Pflege und Betreuung zu Hause durch polnische Pflegekräfte?

Die Antwort lautet: Es kommt auf die Form der Beschäftigung an.

Der deutsche Mindestlohn häusliche Pflege JA / NEIN ?

  • Die Betreuungskraft wird von Ihnen direkt im Haushalt angestellt. Sie sind der Arbeitgeber : JA
  • Die Betreuungskraft wird über eine Pflege Vermittlungsagentur im Rahmen der Entsendung vermittelt. Der Arbeitgeber ist die Entsendefirma aus Polen: JA
  • Die Betreuungskraft hat ein eigenes Gewerbe.Vorsicht vor Scheinselbständigkeit. NEIN

Steigen die monatlich Kosten in der 24 Stunden Pflege?

Die monatlichen Kosten einer 24 Stunden Pflege werden sicherlich durch die Erhöhung des Mindestlohnes steigen. Es ist zu beachten, dass durch die Erhöhung auch die Sozialabgaben und Steuern im Heimatland parallel steigen. Schon heute kostet eine legal beschäftigte polnische Pflegekraft zwischen 2150 und 2600 Euro. Bei manchen Agenturen sogar bis 2700 Euro. Vermittlungsagenturen die Kräfte unter 2100 Euro anbieten, drängt sich der Verdacht einer nicht mit dem Mindestlohn konformen Vergütung der Betreuungskräfte auf, die zu erheblichen Sanktionen für alle Beteiligten führen kann.

Folgen bei Nichtbeachtung des Mindestlohnes

Wer den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn nicht bezahlt und erwischt wird, muss mit einer Geldbuße in Höhe von bis zu 500.000 Euro rechnen.